Seit 1998 ist das Snowboarden inzwischen olympische Disziplin. Doch nicht nur der Sport selbst hat sich professionalisiert, auch der Kauf des richtigen Sportgeräts ist zur Wissenschaft geworden. Vor allem Einsteiger, die sich nicht auskennen, fallen oft auf bekannte Markennamen oder tolle Designs herein. Oft wird vergessen, dass viele Marken ihre Bretter gar nicht selbst produzieren, sondern in Auftrag geben, nicht selten in Fernost. Echte Hersteller gibt es nur wenige. Viele davon sitzen übrigens in Österreich, das eine lange Ski- und Snowboardtradition besitzt. Doch worauf muss man achten beim Snowboardkauf?
Allgemein gilt das 4B-Gesetz: Board, Boot, Bindung und Boarder müssen eine Einheit bilden. Einsteiger können aber sicherlich mit preisgünstigeren Modellen vorlieb nehmen. Der Preis eines Snowboards wird grundsätzlich von seinem Aufbau bestimmt. Günstige Exemplare verfügen meist über einen geschäumten Kern, Boards mit Holzkern sind im Allgemeinen teurer, aber langlebiger und bruchfester. Auch die Art des Einsatzes hat Einfluss auf den Snowboardkauf: Eine lange Bergabfahrt stellt andere Anforderungen an ein Board als der Einsatz in der Halfpipe. Dem Gros reicht in der Regel ein Allmountainboard vollkommen aus. Dabei sollte das Brett dem Fahrer bis in den Bereich zwischen Brust und Nasenspitze reichen. Längere Boards eignen sich zwar besser zum Carven und für Tiefschneefahrten, werden jedoch erst Fortgeschrittenen empfohlen.
Grundsätzlich sollte nicht an den Schuhen gespart werden. Ebenso ist von der Kombination aus teurem Board und billigen Boots abzuraten, denn das Fahrgefühl hängt maßgeblich von den richtigen Schuhen ab. Generell wird zwischen Hard- und Softboots unterschieden. Hardboots werden aus Plastik gegossen und bieten einen hohen Fahrkomfort, weil sie eine sehr gute Kraftübertragung erlauben. Beim Aprés-Ski oder abseits der Piste sind sie manchmal hinderlich. Softboots sind bequemer, dafür beim Fahren gewöhnungsbedürftiger. Letztlich entscheidet allerdings das Gefühl. Wer Geld in neue Boots investieren möchte, sollte für die Anprobe also Zeit und die eigenen Socken mitbringen. Tipp: Mit zu großen Schuhe riskiert man wunde Füße und ein wackliges Fahrgefühl; bestenfalls probiert man mehrere Marken in derselben Preisklasse durch.
Eine gute Bindung ist ebenfalls unabdingbar. Mit ihr werden die Schuhe mit dem Snowboard verbunden. Zur Auswahl stehen Platten-, Two-Strap-, Step-In- und Flow-Bindung. Oft legt man sich beim Bootkauf bereits auf einen Bindungstyp fest. So werden Plattenbindungen mit Hardboots, Two-Strap-Systeme hingegen mit Softboots verwendet. Vor allem der Two-Straps-Markt bietet eine große Auswahl an Modellen. Auch hier sollte viel ausprobiert und am Ende nach Gefühl entschieden werden: Welche Passform passt am besten? Welches Modell erlaubt individuell die beste Kraftübertragung? Abgeraten wird von unfunktionalen und veralteten Step-In-Mechanismen für Softboots. Hat man sich auf diesem Wege für sein Equipment entschieden, steht einem entspannten Wintersporturlaub nichts mehr im Wege.
Vive la France!